Eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft spielen Infektionskrankheiten. Die viralen Infektionen Röteln, Ringelröteln, Windpocken und Zytomegalie werden mittels Tröpfchen-infektion aus dem Nasen-Rachen-Raum sowie Atemtrakt übertragen und können symptomlos, mit grippeähnlichen Symptomen und/oder typischem Hautausschlag (Ausnahme Zytomegalie) verlaufen. Infektionen verlaufen in der Schwangerschaft meist umso gefährlicher für das Kind, je früher sie stattfinden. Eine Röteln- und Windpockenimpfung kann vor dem Schwangerschaftseintritt durchgeführt werden, wonach eine dreimonatige Verhütung erfolgen sollte.

Röteln
Eine Infektion in der Schwangerschaft v. a. im 1. Drittel ist gefürchtet, da sie zu schweren Organfehlbildungen und Intelligenzminderung führen kann (Impfung möglich).

Varizellen (Windpocken)
Die Windpocken-Viren verbleiben lebenslang in Nervenknoten im Körper und können bei einer ungünstigen Abwehrsituation des Körpers zur Gürtelrose führen. In der Schwangerschaft ist   v. a. die frische Windpockeninfektion in den ersten 20 Schwangerschaftswochen und um den Geburtszeitpunkt für das Kind gefährlich (Impfung möglich).

Ringelröteln
V. a. in den ersten 24 Schwangerschaftswochen kann ein Mangel, insbesondere der roten Blutzellen, bestehen, welcher zum kindlichen Sauerstoffmangel führen und mittels Bluttrans-fusion im Mutterleib behandelt werden kann. Organfehlbildungen kommen bei dieser Infektion nicht vor.

Zytomegalie
Die Übertragung erfolgt über Körperflüssigkeiten (Speichel, Urin, Genitalsekrete, Sperma, Tränenflüssigkeit oder Blut) v. a. durch einen infektiösen Partner oder Säugling/Kleinkind. Eine erkrankte Person kann auch nach Jahren noch infektiös sein. Sie ist eine häufige Infektion in der Schwangerschaft (10 von 1000). Um Infektionen zu erkennen, sollten wegen symptomloser Krankheitsverläufe bei fehlender Immunität jeweils zu Beginn der Schwanger-schaft und am Ende des zweiten Drittels Kontrolluntersuchungen erfolgen sowie mögliche Ansteckungswege vermieden werden: Bei Umgang mit kleinen Kindern (bespeicheltes Spielzeug, Küssen…), beim Wickeln Handschuhe benutzen, Infektionsstatus des Geschlechtspartners untersuchen lassen und bei positivem Status, ggf. Küssen vermeiden und Kondome verwenden. Die Behandlung erfolgt häufig unter Studienbedingungen.

Toxoplasmose
Der Erreger – ein Parasit wird mittels Kot infizierter Katzen übertragen; entweder über den direkten Umgang mit Katzen, katzenkotversetze Erde (Sandkasten, Gartenarbeit, unzureichend gewaschener Salat, Gemüse und Obst), oder über unzureichend erhitztes Fleisch von Schlachttieren (Mett, Tartar, etc.). Sie verläuft symptomlos oder mit grippeähnlichen Symptomen bzw. Lymphknotenschwellungen.
Sie ist eine häufige Infektion in der Schwangerschaft (7 von 1000). Um Infektionen zu erkennen, sollten wegen symptomloser Krankheitsverläufe bei fehlender Immunität alle 10 Wochen Verlaufskontrollen erfolgen sowie mögliche Ansteckungswege (s. o.) vermieden werden (vorhandene Katzen mit Trocken- oder Dosenfutter ernähren, das Katzenklo durch andere Personen täglich mit heißem Wasser reinigen lassen). Im Falle einer Infektion steht eine antibiotische Therapie zur Verfügung.